Ein Euro Jobber verschwinden aus den Statistiken - aber nicht aus dem Stadtbild!

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Zwar verschwinden diejenigen Erwerbslosen aus der Arbeitslosenstatistik, die dazu gezwungen werden, für einen Euro die Stunde arbeiten zu gehen. Die 1-Euro-Gruppe Bremen aber hat heute dafür gesorgt, dass diese Tatsache nicht ganz aus dem Stadtbild verschwindet: Mehr als ein Dutzend „Einsatzstellen“ von 1-Euro-JobberInnen in der Bremer Neustadt wurden am 18. Mai 2006 mit grellen Plakaten weithin sichtbar kenntlich gemacht.

Alle Angaben zur Anzahl der beschäftigten (bzw. bewilligten) 1-Euro-Kräfte und ihrer Einsatzbereiche stammen von ina-online (der Datenbank der bremer arbeit gmbh):

1. Blitz Blank Buntentor, Gellertstr. - Straßenfeger, Reiniger (mind. 10)
   

Plakatiert wurde der Slogan: "Lass dich nicht verarschen!"

und dazu jeweils ein weiterer Slogan wie z.B.:
"1-Euro-Jobs dienen der Sanierung öffentlicher Kassen!"
"Die "wohlmeinenden" Beschäftigungsträger profitieren von deiner Perspektivlosigkeit!"
"10 Wochenstunden "Qualifizierung" ersetzen Ausbildung und Integration?!"
"Mit den 1-Euro-Jobs ist Massenrealität geworden, was an MigrantInnen jahrelang vorexerziert worden ist!"
"Junge Leute unter 25 Jahre werden für ihre Arbeitslosigkeit gleich 3 Mal bestraft: nur 80 % ALG II, keine Mietkostenübernahme, komplette Leistungsstreichung bei Verweigerung eines 1-Euro-Jobs!"
"1-Euro-Jobs sind nicht "zusätzlich" sondern ersetzen reguläre Beschäftigung!"
"1-Euro-Jobs sollen uns an Niedriglohn gewöhnen!"
"Ein normaler Arbeitsplatz? Wer arbeitet schon "freiwillig" für 1 Euro?"

2. Innere Mission Altenheim, Kirchweg - Wäschereihelferin, Hausmeisterhelfer (mind. 2), Verärgerung über unser Öffentlichmachen, das es hier doch gar keine 1-Euro-JobberInnen gäbe
 
 

3. Caritas Altenzentrum, Kornstr. - Pflegehilfe, Hol- und Bringdienst (mind. 4)

4. bras, Buntentorsteinweg - Metallbau, KFZ (mind. 35),
       

5. Hoppenbank - Haushandwerker, Verwaltung, Betreuung (mind. 8)

6. Johanniter Unfallhilfe, Am Dammacker - u.a. FahrerInnen (mind. 4), es wurde das Gespräch mit uns gesucht.
 

7. Städtische Galerie, Buntentorsteinweg - Kunst- und Öffentlichkeitsarbeit (mind. 17), unsere Plakate werden fix abgepult.

8. Die Schwankhalle, Buntentorsteinweg, habe keine 1-Euro-JobberInnen, da sie die ablehne, aber... eine Company in ihrem Hause habe welche. Wir wunderten uns über die Verärgerung, als wir dies kenntlich machen wollten.
 

9. Werkstatt Bremen / AWO integra, Buntentorsteinweg - Küchen- & Gärtnerhilfe etc (mind. 2). Freundliche Streikposten begrüßen uns, gegenseitiges Interesse wird bekundet.
     
 

10. Martinsclub, Buntentorsteinweg - Hilfe und Schulbegleitung für "Behinderte" (mind.20)
   

11. Evangelische Zionsgemeinde, Kornstr. - Öffentlichkeitsarbeit, Gärtnerhilfe (mind.4)
   

12. Schule Kantstr., Kantstr. - Hausmeisterhilfe (mind. 1)
 

13. Schulzentrum Delmestr., Delmestr. - Verwaltung, Medienhilfe etc. (mind. 4)
 

14. BAgIS Süd, Neuenlander Straße - Zuweisung von 1-Euro-Jobs an ALG 2 EmpfängerInnen. So knapp mit MitarbeiterInnen bestückt, dass keineR zu uns herauskam - wir dagegen Zeit hatten, sowohl aussen zu verschönen, als auch innen Flugschriften zu verteilen.
   

„1-Euro-JobberInnen“ arbeiten ohne reale Chance auf Übernahme in einen „echten“ Job, ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Versicherungsschutz etc. pp. Und das für 1 Euro die Stunde!  Das, was heutzutage von vielen der oben genannten Einrichtungen als gegeben hingenommen wird und größtenteils ohne Wissen der Bevölkerung stattfindet, soll öffentlich gemacht werden!

Wir versichern: 1-Euro-Jobs gehören abgeschafft!