Gegen 1-€-Jobs und Lohndumping! Für das schöne Leben!

Erwerbslosen- & JobberInnentag
am 18. Mai 2006 im Stadtteilladen
in der Kornstr. 108, Neustadt

Aufruf zum Bremer Erwerbslosen - & JobberInnentag am 18. Mai 2006

Mit der Agenda 2010, mit Hartz IV, mit den Ich-AG's und den 1-€-Jobs ist uns schon Einiges zugemutet worden. Diesen Kurs setzt die große Koalition fort: Die Arbeitsbedingungen zu verschärfen, die Löhne zu drücken, die Rechte der Beschäftigten zu beschneiden, und die Spaltungen in der Gesellschaft zu vertiefen.

Die fortwährenden Angriffe auf die Erwerbslosen, seien es nun die Verschärfungen der Zumutbarkeitsregelungen, die Verweigerung der eigenen Wohnung für unter 25jährige oder die Einführung der 1-€-“Jobs“ reihen sich ein in eine Arbeitsmarktpolitik, die in erster Linie das Ziel verfolgt, den Zwang zur Arbeit zu verschärfen. Gewünscht wird eine flexible, billige und angepasste Arbeitskraft, mit möglichst wenig Rechten und vielen Pflichten. Viele von uns arbeiten ja schon heute in schlecht bezahlten Jobs, ohne die „Sicherheit“ eines unbefristeten Arbeitsvertrages. Viele sind gezwungen, einen zweiten oder gar dritten Job anzunehmen, um über die Runden zu kommen. Stundenlöhne unter 5 Euro sind auch hierzulande längst Realität.

1-€-„Jobs“…
Die 1-€-„Jobs“ reihen sich da fugenlos ein: staatlicherseits wird ein Niedriglohnsektor geschaffen, um uns an genau diese beschissene Maloche zu gewöhnen oder um uns zumindest statistisch für 1 Jahr aus den Arbeitslosenzahlen „wegzuparken“. Außerdem kommen so billige Arbeitskräfte in den öffentlichen Bereich  - als Ausgleich für leere öffentliche Kassen, um durch Steuerentlastung für die Unternehmen die Profite zu steigern.

Eingeladen sind Alle, die in
irgendeiner Art interessiert sind, sich
mit anderen Leuten
gemeinsam auszutauschen,
zu beraten, Aktionen zu organisieren!
Oder die einfach nur Lust haben,
zu schauen, was geht... !

ab 9 Uhr Frühstück

ab 11 Uhr Aktion
(Bitte Fahrräder mitbringen!!!)

ab 14 Uhr Tipps und Hilfestellung
beim „Gang auf's Amt“  und Beratung
Sprunghilfe für den Gang aufs Amt
"1-Euro-Job" Was steht Ihnen zu?

16 Uhr Film „Des Wahnsinns letzter
Schrei
“, (BRD 2005) über die Arbeitsmarktreform und die
ideologische Neuausrichtung im
Land, in Zeiten, da die Verteilung
des produzierten Reichtums neu
verhandelt wird.

Anschließend Offene Diskussion
über Möglichkeiten des Protestes
& Widerstands, der Organisierung
gegen 1-Euro-Jobs, Niedriglohn-
maloche, Ämterstreß etc. usw.

 
Die Gewöhnung an diese Maloche funktioniert vor allem aufgrund des massiven Drucks der BAgIS. Aber auch deshalb, weil Viele das zusätzliche Geld gut gebrauchen können, nicht nur zuhause abhängen wollen, und auf die Versprechen der Arbeitsagentur, der BAgIS oder der Bremer Arbeit GmbH hoffen, dass sich die individuellen Chancen auf dem Arbeitsmarkt so verbessern lassen. Insgesamt werden so von mehreren Seiten Standards für die Zukunft geschaffen, die bei einigen  Wenigen die Geldbeutel noch mehr klingeln lassen, während wir uns krumm machen sollen für das Lebensnotwendige. Wie im kommunalen Sektor sollen 1-€-JobberInnen demnächst auch in nicht gemeinnützigen Bereichen eingesetzt werden, um dort als LohndrückerInnen zu fungieren.

…und wo dafür geübt wurde
Das Ganze ist so neu nicht. An einem Großteil der hier lebenden rund 10 Millionen MigrantInnen ist mit Hilfe einer rassistischen Einwanderungs- und Sozialpolitik in den letzten 25 Jahren exemplarisch durchexerziert worden, was jetzt Realität für Viele werden soll. Niedriglohnarbeit, Chancen- und Rechtlosigkeit sind für die meisten EinwanderInnen bittere Realität. Die Unterbringung von Flüchtlingen in abbruchreifen Häusern und leerstehenden Fabrikhallen, das Asylbewerberleistungsgesetz mit seiner generellen Sozialgeldkürzung unter den Sozialhilfesatz, Essensgutscheine statt Bargeld und Arbeitsverbote sind weitere Beispiele für eine systematische Ausgrenzung und Desintegration bestimmter Gruppen von Menschen. Weitgehende Rechtlosigkeit gepaart mit ebenso beliebiger wie brutaler Propaganda („Faulenzer“, „Schmarotzer“, „Abzocker“, „Kriminelle“) und vermeintlichen „Notwendigkeiten“ (Globalisierung fordert Flexibilität) bereitet den Boden für eine umfassende Vereinzelung und Entsolidarisierung. Eine rassistische und soziale Spaltung der Gesellschaft ist das Ergebnis.

Genau das wollen wir nicht!
Im Gegenteil wollen wir uns zusammentun, gemeinsam Widerstand organisieren, uns für eine solidarische Gesellschaft einsetzen, Sand im Getriebe sein - und auf keinen Fall die ganzen Kröten schlucken, die uns hier vorgesetzt werden! Sich gegenseitig eine Hilfe sein, egal woher eine/r kommt!

Wir rufen auf:
Bundesweite Demo am 3.6. in Berlin: „Schluss mit den Reformen gegen uns“! mehr

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