Sprunghilfe für den Hürdenlauf beim Amt

 

Was muss ich (vorher) beachten?

 

Es ist gut, immer einen Plan zu haben, bevor Du zum Amt gehst. Ein Gespräch mit FreundInnen, unabhängiger Beratungsstelle, Selbsthilfegruppe ist ratsam.  Was ist Dein Anliegen, was willst Du erreichen? Der erste Amtsgang ist immer auch ein Abtasten, wie der oder die SachbearbeiterIn „drauf“ ist. Besser ist es daher auch, nicht zuviel zu erzählen, sondern nur das, was abgefragt wird oder nur das was du vorbringen möchtest.

Es kann ratsam sein, mit einer Begleitung hinzugehen, als Zeugin oder als Unterstützung. Wichtig ist allerdings, dass die Begleitung sich nicht einmischt, sondern nur zuhört. Es ist Dein Recht, eine Begleitung mitzunehmen.

Die Behörde muss bei Notlage handeln, d.h. Anträge müssen angenommen werden. Generell: Immer erst freundlich versuchen, das Anliegen zu regeln, sonst schriftlich und mit Fristsetzung. Nicht nur die Behörde kann Dir Fristen setzen, auch Du kannst das tun: „…bis in 14 Tagen“.

Die Öffnungszeiten sind Sprechzeiten, eine SachbearbeiterIn ist immer freigestellt. 

Anträge sind nur schriftlich einzureichen. Mach eine Kopie vom Antrag (selber) und lass Dir die Abgabe von der SachbearbeiterIn mit Behörden/Datumsstempel und Unterschrift bestätigen.

Unterschreibe buchstäblich NICHTS sofort im Amt!!!! Nimm z.B. die Eingliederungsvereinbarung mit nach Hause, suche nochmal eine Beratung auf. Schließlich handelt es sich um einen Vertrag und Du hast das Recht, noch einmal darüber nachzudenken.

Auch wenn Dir Unterlagen fehlen - beharre trotzdem auf Antragsannahme.

Lass Dir fehlende Unterlagen von der oder dem SachbearbeiterIn schriftlich benennen.

Mache keine unnötigen Angaben zu MitbewohnerInnen, VermieterInnen, Vermögen.  DeinE SachbearbeiterIn hat nur die zur Antragsbearbeitung notwendigen Daten zu erfragen.

Kontoauszüge für vergangene Zeiten (länger als 3 Monate) anzufordern, muss von Deiner/m SachbearbeiterIn mit Verdacht auf Betrag begründet werden (kein Generalverdacht). 

Gebe keine Telefonnummer an, erst recht nicht von VermieterIn, NachbarIn, MitbewohnerIn. Du kannst auch Deine Telefonnummer nachträglich streichen lassen.

Nur das Schriftstück zählt. Mündliche Zusagen haben vor Gericht keinen Bestand/keine Beweislage.

 

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